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Der Briard - ein gefährliches Fellmonster?

13.12.2008 von Anne-Kathrin Merz (8 Kommentare)

Das gefährliche Fellmonster im Schnee
Anfangs fanden alle, die wir so trafen Nele "total süß" - ein hüpfendes Fellknäuel mit wackelndem Schwanz.
Inzwischen hat sich das ziemlich geändert. Nele wird groß und die Leute haben mehr Respekt. Auch die Hunde übrigens.

Ich erlebe es immer häufiger, dass Hundebesitzer kleinerer Rassen ihre Hunde an die Leine nehmen oder schnell mal eine andere Richtung einschlagen, wenn wir ankommen. Nele ist ja immer noch ziemlich tappsig und vor allem hat sie einen enormen Spieltrieb. Auf kleinere Hunde wirkt das gelegentlich bedrohlich und auf die Herrchen und Frauchen offenbar erstrecht. Dabei ist es eigentlich ganz lustig, wenn Nele mal schnell einen überschwänglichen Jump über sowas Kleines macht...

Auch Spaziergänger machen inzwischen häufiger einen Bogen um uns, selbst wenn Nele an der Leine ist - prinzipiell schaue ich immer, dass Nele zu mir kommt, wir uns gemeinsam ansehen, wer da gerade vorbeiläuft. Heute sind wir zwei Leuten mit Nordic Walking Stöcken begegnet. Etwas, das Nele nicht mehr mit Angst erfüllt, aber was sie skeptisch beäugt. Gleichzeitig ist sie unheimlich neugierig, was ich ihr gerade versuche, abzutrainieren. Jedenfalls blieben beide erstmal stehen, vor allem der Mann schien etwas angespannt...

Es macht mich fast betroffen, wenn sowas passiert. Ich hatte ja früher selbst Angst vor Hunden und kann das gut nachvollziehen. Aber ganz abgesehen davon, dass ich den besten aller Hunde habe (wie Ihr alle auch!), glaube ich, dass ich vor allem einen freundlichen Hund habe.
Wenn so ein Briard angewackelt kommt, dann schafft das doch eigentlich Vertrauen in große Hunde, denke ich mir.
Allein schon dieses Fellige, Knuffige, Zottelige....?
Ich verstehe es nicht und muss mich manchmal dazu zwingen, es nicht persönlich zu nehmen. Es war das letzte, was ich wollte, dass andere vor meinem Hund Respekt oder Angst haben.
Klar, ich kann nie sagen, dass mein Hund nichts tut - allein schon wegen der unzähligen Außeneinflüsse, die für mich nicht kalkulierbar sind.
Trotzdem: der Briard ist sicher kein gefährlicher Hund!

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Kommentar von Emils Frauchen | 14.12.2008
Man sollte aber nie vergessen, dass sich unter dem knuffigen Fellmantel ein ganz normaler Hund verbirgt, der seine Zähne auch einsetzen wird, wenn er es für nötig hält.
Wichtig ist, dass man die Situationen früh genug erkennt, die für den eigenen Hund knifflig sein könnten und vorher reagiert.
Es gibt z.B. fremde Menschen, die meinen, man könnte so einem kuscheligen Hund einfach so um den Hals fallen. Auch "keine Angst vor Hunden" kann den zurückhaltenden Briard ziemlich überfordern.
LG BB
Kommentar von Johannes | 14.12.2008
Ich unterschreibe voll, was Emils Frauchen schon schrieb. Man muss auch daran denken, dass der Hund vielleicht nur in einer Panikreaktion o.Ä. seine Zähne einsetzen könnte und das fatal für den Betroffenen ausgehen kann.
Klar weichen wahrscheinlich mehr Leute unseren großen Hunden aus (als Kleinen) und trotzdem ist es so, dass wir etwa durchaus auch die Erfahrung machten, dass gar nicht so wenig Menschen vor unseren Bassets flohen und (wörlich) meinten, dass es Kampfhunde seien.
So wie bei Euch es Menschen gibt, die dem "kuscheligen Hund" meinen um den Hals fallen zu müssen, gibt es bei uns welche, von denen wir den Eindruck haben, dass sie in Gesellschaft beweisen wollen wie mutig sie denn sind, wenn sie sich trauen die beiden Doggen anzugreifen.
Und die einen fürchten sich vor dem Schwarz unserer Hunde, die anderen fürchten sich, weil sie vielleicht nicht gleich in die Augen des Briards sehen können, und die dritten fürchten sich überhaupt vor jedem Hund. Auch das Tappsige wird nur bei manchen Zeitgenossen wirken, ich werde nie vergessen, als eine fremde Dame zu uns kam und unser Bel Ami ganze 12 Wochen war und auf sie zu"stolperte" und sie panisch reagierte: "Hilfe, ein Hund"!
Wir können nur in unserem kleinen persönlichen Umfeld versuchen, das Beste daraus zu machen, indem wir, wie schon geschrieben wurde, darauf achten, dass wir Gefahrensituationen VOR unserem Hund registrieren und dass wir uns insbesondere bemühen, unsere Pelzigen Menschen gegenüber zu großer Gelassenheit und Ruhe zu erziehen.
herzlichst Johannes, Herrchen von Paris und Bel Ami
Kommentar von Anne | 14.12.2008
Danke!
Das ist mir alles klar und genau nach der Devise mache ich es auch.
Nur... als jemand, der wirklich Riesen-Schiss vor Hunden hatte, egal welcher Größe, und sich nun damit anfreunden kann (sehr sogar!) .... wundert man sich halt plötzlich.
Ich kann es jedoch gut nachvollziehen, wenn jemand Angst hast und respektiere das auch.
Nur mein Hund, der kommt mir eben inzwischen wirklich harmlos vor, wissentlich aller Wenns und Abers.
Diese Entwicklung macht mich irgendwie nachdenklich.
Kommentar von Johannes | 14.12.2008
Nur aus Interesse gefragt: Ich versteh natürlich, dass dir der eigene Hund harmlos vorkommt, geht mir haargenauso, wenn dir fremde - sagen wir - Briards begegnen und z.B. auf dich zulaufen, bist du da ganz genauso entspannt oder nicht?
Kommentar von Anne | 14.12.2008
Ich bin inzwischen so um Längen entspannter als früher,... definitiv.
Aber ich habe mich inzwischen natürlich auch dem Thema Hund gewidmet. Es ist schon ein enormer Vorteil, wenn man sich wenigstens mal überlegt hat, wie Hunde prinzipiell "ungefähr" ticken.
Zugegeben wäre ich weder bei einem Schäferhund oder ähnlichem noch einer Dogge (die ja ganz lieb sein mag, aber bedrohlich aussieht) entspannt... ;-)
Kommentar von Johannes | 14.12.2008
Womit wir das Thema ja irgenwie abgerundet hätten ;-) denn ich werde jetzt nicht versuchen zu belegen, wie harmlos unsere Doggen sind usw. Nein, ich verstehe den Beitrag natürlich gut, und auch wir müssen immer wieder darauf achten es nicht persönlich zu nehmen, wenn man uns meidet, - und manche machen es uns nicht leicht, wenn sie sich demonstrativ abwenden und so tun als würden wir schwerbewaffnete Terroristen sein. Vielleicht sind wir es auch nur mehr gewohnt als ihr. Wie viele nicht ganz unrichtig sagen: Mit Doggen wird man sehr einsam ;-)
herzlichst Johannes
Kommentar von Emil | 15.12.2008
Ach ja, ein Nachsatz noch: Nele ist noch längst nicht erwachsen. Briards sind ziemliche Spätentwickler - auch Nele wird sich noch verändern.
LG
BB
Kommentar von Bijou | 19.12.2008
Dies ist ein interessantes Thema. Ich hatte vor etwa 30 Jahren einen Border Collie und niemals Angst vor Hunden. Als jetzt Bijou zu uns kam, ist mir plötzlich aufgefallen, wieviel Menschen (mit - oder ohne Hund) wirklich Angst vor großen Hunden haben. Obwohl ich auch sage: Bijou ist total friedlich, sie hat mit 16Monaten bis jetzt noch niemanden gebissen, oder auch nur bedroht. Natürlich hat sie fremde Menschen angebellt und damit erschrocken. Andere, die ihre kleinen Hunde auf den Arm genommen haben: "Nein! Holen Sie ihren Hund zurück!".
Man muss das respektieren und sich entsprechend zurücknehmen. Fremde wissen eben nicht, wie sich der "große" Hund verhält.
Und man sollte immer wie von Johannes beschrieben, weitsichtig Handeln und versuchen die Situationen zu beherrschen, bevor der Hund zur eigenen Handlung kommt.

Ich denke, dass bei den Briards die Neugierde besonders ausgeprägt ist. Bei Hündinnen sowieso ;-). Daher würde ich diese Eigenschaft nicht abzutrainieren versuche. Es wird wahrscheinlich eh nicht wirklich funktionieren und es ist doch eine gute Eigenschaft.

Viele Grüße von Karlheinz, Herrchen von Bijou
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