...auf den Hund gekommen
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Es geht noch weiter...

19.12.2008 von Anne-Kathrin Merz (5 Kommentare)

Manchmal habe ich das Gefühl, Nele hat inzwischen ein Problem. Den meisten Hunden ist sie tatsächlich über den Kopf gewachsen und vielleicht kommt da noch der ein oder andere Zentimeter.
Neles Neugiere, dieses freudige auf andere Hunde Zugehopse - das erschreckt offenbar.
Die Hundehalter gelegentlich mehr als die Hunde selbst...

Gestern begegneten wir einem Frauchen samt Mops. Der Mops war auf dem Arm als Nele nur in Sichtweite war und das Frauchen blieb konsterniert stehen, als Nele auf den Mops zuhoppelte und reagierte ziemlich empört - das ist nämlich der Punkt, an dem ich meinen Hund so überhaupt nicht im Griff habe- als Nele auch auf meine Zurufe nicht reagierte.

Nun gut, die Situation konnte entschärft werden (sie hätte nicht entschärft werden müssen, da gab es nichts zu entschärfen außer dem Frauchen des Mops), Nele kam an die Leine, aber sie war sehr missmutig. Sie hätte so gerne wenigstens mal geschaut, das sah man ihr deutlich an.

Interessant war die Hundehalterin. Die nämlich war richtig böse auf Nele (und mich wahrscheinlich auch) und fing an, Nele ziemlich scharf anzugehen und blieb immer noch wie angewurzelt stehen, statt einfach mit ihrem Hund auf dem Arm weiterzugehen. Das wiederum fand ich mehr als unangemessen. Wir waren auf freier Wildbahn unterwegs, wo alle Hunde ohne Leine sind und sich gerne beschnuffeln dürfen. Es ist also nicht mein Problem...

Aber auch generell gilt, dass Nele sich immer mehr Probleme einhandelt mit Hunden, die früher gerne mal mit ihr gespielt haben. Ich finde das schade, aber es ist nunmal so. Das müssen die Hünd schon mit sich selbst ausmachen.
Bei anderen ist das übrigens ganz praktisch: einige der eher schwierigen Hunde haben inzwischen deutlichen Respekt und das allein wegen der Größe. Es wird also nicht mehr ganz so viel gebellt und gekläfft.
Dass Nele wirklich nur spielen will - das ist sowohl für den Mini-Hundehalter als auch für die Hunde mit kleinem Ego aber großem Gebell wohl schwer zu verstehen.

Johannes Hinweis, mit einer Dogge werde man einsam, hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Nun ist ein Briard keine Dogge, - die eben auch einfach wegen ihrer Größe und sicherlich nicht wegen ihres Charakters fruchteinflößend ist- aber das Prinzip meine ich schon im Kleinen zu spüren.

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Kommentar von Bijou | 19.12.2008
Hm nein, mit großen Hunden (Doggen) wird man nicht einsam. Zwei Ansichten dazu: in unserer Nachbarschaft leben 2 Hovawart Hündinnen, Mutter Kira/Tochter Abby. Abby ist etwa so alt wie Bijou, gerade einen Monat älter. Beide haben sich in der Welpenschule kennen gelernt. Bijou und Abby haben gern miteinander getobt, während Kira an die Leine musste - sie hätte sonst gebissen. Einmal sind sich die Hunde begegnet und beide Hovawarts haben Bijou unterworfen, mehrmals. Wir haben es zunächst zugelassen. Dann hörten wir davon, dass die Hovawarts eine Labradorhündin aus der Nachbarschaft "Tierarztreif" gebissen haben. Seit dem gehen wir uns aus dem Weg, bzw. immer an die Leine wenn wir uns begegen. Und denen ist es sehr sehr peinlich.
2. In Bijous Blog ist ein Mops zu sehen, der mit Bijou sehr gerne gespielt hat. Aber das Frauchen vom Mops hat Probleme damit: es könnte ja doch mal etwas passieren!
Einmal sind es die Hunde, einmal der Mensch. Wir, Frauchen oder Herrchen, treffen die Entscheidungen was passiert oder passieren kann: Bijou läuft immer und überall OHNE Leine, ich weiß aber auch, dass ich sie verliere, wenn ich nicht richtig reagiere. Also halte ich es wie im Strassenverkehr: Sicherheit geht vor, auch bei 220Km/h.
Im Zweifel muss sie bei mir sitzen oder an die Leine. Rechts vor Links heisst: begegne ich einem anderen Hund, der an der Leine läuft, nehme ich Bijou auch an die Leine, oder halte sie rechtzeitig bei mir.
Es gelingt nicht immer - aber immer öfter!
Einsam macht es nicht, denn es gibt Hundetreffen, an denen Menschen teilnehmen, die ihren Hunden vertrauen - und laufen immer ohne Leine - kleine, ganz kleine, große und ganz große. Und allen macht es viel Spass!
Viele Güße, Bijous Herrchen
Kommentar von Anne-Kathrin | 19.12.2008
Ja, das stimmt. Ich sehe das genauso.
Ich stelle nur gerade mein eigenes Selbstverständnis in Frage: ich, die immer einen Heidenrespekt vor Hunden hatte und nun plötzlich irgendwie "umdenkt".
Die Befindlichkeiten der Hunde und Hundehalter, meine eigene Verantwortung.
Das Thema "och, das lernt man doch in der Hundeschule" und das Wissen darum, dass ich offenbar einen waschechten Briard habe, der nicht immer so tickt, wie ich das gerne hätte (aber auch "immer öfter")

Ich glaube manchmal, gerade die Hundehalter der kleinen Hunde haben ihre eigene Vorstellung zur Erziehung von Hunden. Da muss der Große immer sofort spuren, ob der kleine kläfft, ist dabei vollkommen egal.
Dass wir noch viel und jeden Tag wieder Arbeit vor uns haben, das ist mir klar. Dass es "besser" laufen könnte, ist mir auch klar.

Nein- einsam sind wir natürlich auch nicht.
Nur ich bin eben gelegentlich etwas nachdenklich...
Kommentar von Bijou | 19.12.2008
Bijou gehört zu unserer Familie, wir sagen manchmal, sie ist unser 4. Kind. Tatsächlich ist es irgendwie auch so: Erziehung, Vertrauen, Respekt. Wir waren schon in mehreren Hundeschulen und ich finde es witzig, wenn alle Hunde in einen "Topf" geworfen werden. Es gibt aber verschiedene Rassen und verschiedene Charaktere und daher finde ich es richtig, wenn man über seinen Hund, über die Hunderasse, über das Verhalten nachdenkt und versucht, einerseits seinen Hund in seinem Verhalten zu "lesen". Der Briard ist eben ein neugieriger Hütehund mit wundervollen Eigenschaften und einem lieben, sehr lieben Charakter - in gewisser Weise versuchen wir Bijou zu respektieren, ohne die Erziehung zu vernachlässigen. Gedult und Zeit muss man einbringen. Und -, dass der Briard nicht immer beim ersten Ruf/Pfiff hört, sondern manchmal erst beim 2. oder 3. Das stört mich aber gar nicht, weil es MEIN Hund ist und ich über meine Erziehung selber entscheide. - Wie bei unseren Kindern !
Viele Grüße, Karlheinz
Kommentar von Sally | 21.12.2008
uns geht es sehr oft genauso, das ist dann immer sehr traurig weil Sally gerne spielen möchte, aber leider sind die Hundebesitzer, ich will nicht das Wort do... benutzen. Wenn sie uns sehen, dann machen sie entweder kehrt, oder schnell, schnell vorbei, oder sie warten einfach hinter der nächsten Kurve, bis wir weg sind. Sally ist aber nicht dumm, sie riecht und hört die anderen Hunde, und dann funktioniert, kein Pfiff oder Ruf mehr. Und die anderen Hunde sind so froh wenn sie auch spielen können, die toben dann wie die verrückten, und die Alten flippen förmlich aus. Ich sag dann immer C'est la Vie. Dumm gelaufen.
LG
Sally's Frauchen
Kommentar von Johannes | 27.12.2008
Tut mir leid, dass ich erst jetzt die Kommentare sehe, sonst hätt ich schon früher geantwortet. Also: mein zugegeben provokanter Satz, dass man mit Doggen einsam wird, war gar nicht so ernst und auch viel allgemeiner gemeint! Ich stimme Bijous Herrchen voll und ganz zu und wir handhaben alles exakt genau so! Allerdings, und das ist sozusagen der Sitz im Leben meiner Bemerkung, stellen wir schon immer wieder fest, dass HundebesitzerInnen, die uns nicht kennen, versuchen uns weiträumig aus dem Weg zu gehen, weil sie grundsätzliches Misstrauen gegenüber den beiden großen Hunden haben. (Es sind die BesitzerInnen, nicht die Hunde!).
Meine Bemerkung zielte aber auch auf viele Probleme/Kalamitäten des Alltags ab, wie etwa: es ist nicht so einfach, mit 2 Doggen in ein Geschäft zu gehen, man wird schnell zur persona non grata ;-), es ist nicht einfach, geeignete Hotelzimmer zu finden (Größe und möglichst Erdgeschoß), es ist natürlich noch schwieriger (weil öfter) ein Restaurant zu finden, wo man nicht nur willkommen ist, sondern auch den benötigten Platz hat, wir registrieren einfach, dass sich manche mit ihren Besuchen bei uns deutlich zurückhalten, Bekannte, die früher stehen blieben, wenn sie uns trafen, winken aus der Ferne und tun sehr geschäftig usw. Was kleine Hunde betrifft, haben unsere 2 Buben viele Freunde unter ihnen und trotzdem ist unser Puls jedesmal bei den Spielen sehr viel höher, weil einfach viel passieren kann, völlig unbeabsichtigt, ein Ausrutschen oder Drauffallen auf den Kleinen kann katastrophale Folgen haben ... Und JA, es gibt auch bei uns Hundetreffen, und solange auch die anderen ihre Pelzigen frei laufen lassen wie wir unsere, klappt das wunderbar (zumindest ziemlich gut und bis auf obige Einschränkungen auch mit sehr kleinen Hunden).
Und JA, natürlich lässt sich alles regeln, Hotel, Restaurant, Geschäft etc., nur halt etwas aufwendiger und schwieriger, aber das wussten wir und es macht uns auch nichts, es ist nur einfach so und Menschen, die daran nicht denken, sollten es wissen, bevor sie sich 2 so große Hunde zulegen und die ihnen dann über den Kopf wachsen und/oder im Tierheim landen.
herzlichst Johannes
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