...auf den Hund gekommen
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Erklärt es mir bitte

06.01.2009 von Anne-Kathrin Merz (11 Kommentare)

Wenn also ein Hund in freier Wildbahn an der Leine gehen muss, so sehe ich dafür im Wesentlichen zwei Gründe:
  • Hund ist weglaufgefährdet
  • Hundebesitzer ist ängstlich
Heute mal wieder eine Gegebenheit, die ich nicht verstehen kann...

Wir stapften also gerade alleine auf unserer Hundewiese glücklich durch den Schnee, als von Weitem eine Frau mit etwas kleinem, schwarzen an der Leine ankam. Nele natürlich sofort hin - ich habe es einfach zu spät gemerkt, Hundepfeifchen hatte ich auch nicht dabei und überhaupt freue ich mich, wenn sie Hunde trifft, außer die sind an der Leine.

Egal. Nele wollte spielen, der kleine Schwarze wollte spielen. Nur das Frauchen wollte genau das alles nicht.
Nur statt weiterzugehen, ihren Hund hinter sich her zu zerren und Nele links liegen zu lassen (was Nele erfahrungsgemäß dazu bewogen hätte, umzudrehen), blieb sie einfach stehen.
Nele hüpfte, der andere hüpfte an der Leine. Sie hätte sich und ihrem Hund einen Gefallen getan, wenn der hätte spielen dürfen.
Dann begann sie, Nele zu verscheuchen.

Ich habe das Ganze aus der Ferne beobachtet, bin langsam in ihre Richtung, mit der Ahnung, dass "in die andere Richtung" bei dieser Dame sicherlich nur auf Unverständnis gestoßen wäre...
Irgendwann kam Nele dann, wie erwartet. Die Frau stand immer noch wie angewurzelt da und fuchtelte mit den Armen.

Verstehen kann ich das nicht.
Warum machen manche Hundebesitzer das genau so?
Warum nicht Hund von der Leine? Warum nicht alternativ energisch weitergehen?

Ticke ich da falsch? Ich will mich nicht von jemandem gängeln lassen, der meint, seinen Hund an der Leine führen zu müssen und sich daran stört, dass mein Hund in einer Ecke, in der grundsätzlich jeder Hund (außer ein paar wenigen) frei laufen darf, einem anderen freundlich Hallo sagen möchte.
Wäre das energische Weitergehen nicht konsequenter als das Rumfuchteln vor dem fremden Hund, das eigentlich ja mir, dem Hundehalter, gilt?
Ja, ich nehme das persönlich...

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Kommentar von Emils Frauchen | 06.01.2009
Emil muss seit Monaten angeleint spazieren gehen. Jedes spielen oder rennen mit anderen Hunden führt zu tagelangem Lahmen auf der Vorderhand.
Ich erwarte einfach von anderen Hundebesitzern, dass sie, wenn sie sehen, dass mein Hund an der Leine läuft, ihren Hund nicht einfach zu mir hinrennen lassen. Einen Hund einfach weiterzuzerren, wenn ein anderer Hund um ihn rumspringt ist außerdem keine Lösung. Ein Hund dreht dem anderen Hund nicht einfach so den Rücken zu.

Ich war auch schon mit frisch operierten Hunden "spazieren", auch diese müssen schließlich mal raus. Es kommt gar nicht gut, wenn ein Hund mit 15cm Bauchschnitt von einem anderen Hund angespielt wird. Da geht einem dann schon mal die Hutschnur hoch....

Meine alte spondylosekranke Hündin fand es außerdem auch nicht pricklend von anderen Jungspunden umhüpft zu werden, sie fiel dann in ihrer Abwehrbewegung oft einfach um und tat sich weh.
Und manchmal ist es auch einfach so, dass man als Hundebesitzer einfach nur mal seine Ruhe haben will...

So die andere Seite beleuchtend,
Emils Frauchen
Kommentar von Anne-Kathrin | 06.01.2009
Okay, das verstehe ich.
Es gibt aber einen Unterschied zwischen Wegzerren und Weitergehen.
Kann man sowas nicht irgendwie anders lösen?
Genau das Stehenbleiben macht es doch für den herankommenden Hund interessant, weil es ihm noch deutlicher signalisiert, dass hier etwas geboten ist. Wenn man einfach weitergeht, kann man das meines Erachtens "entschärfen" - für alle Beteiligten.

Um es klar zu sagen: Ich bin nicht so 100% damit einverstanden, dass Nele eben manchmal nicht hören will (es klappt glücklicherweise immer öfter) und wir üben das jeden Tag aufs Neue. Aber hier kann ich ja dann nicht mal machen, was man "in der Hundeschule lernt": Richtungswechsel.
Hier bin ich gezwungen, mich dem angewurzelt stehenbleibenden Hundehalter zu beugen und hinzulaufen.
Das ist wiederum ein Problem für mich - oder sehe ich das falsch?
Kommentar von Emils Frauchen | 06.01.2009
Zum Thema weitergehen:
Emil darf nicht spielen, will aber spielen. Wenn 40 Kilo Emil eine junge, spielbereite Hündin vor der Nase rumhüpft, dann geht Emil nicht weiter sondern will unter allen Umständen hin. Ich müsste ihn dann schon weitertragen.
Außerdem kann es auch sein, dass die Spielbereitschaft, die Emil signalisiert den anderen Hund dazu ermuntert dazu bleiben und nicht zurück zu laufen.

Ist es ein nicht spielbereiter Hund zu uns hingerannt kommt, wird Emil erst recht nicht weitergehen, denn er riskiert unter Umständen einen Angriff wenn der dem Hund Flucht signalisiert.

Eines ist mir eben noch eingefallen: War Nele schon läufig? Wenn man mit einer läufigen Hündin unterwegs ist, dann sinkt die Freunde über abgeleinte Rüden die sicher nicht nur "Hallo" sagen wollen enorm. :-)

Ich glaube einfach, dass man dieses Thema als Rüdenbesitzer sowieso etwas "unlockerer" sieht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es mit Rüden bei Hundebegegnungen Ärger gibt ist einfach eher gegeben, ob es nun vom eigenen Hund ausgeht oder vom anderen. Wie sagte Günther Bloch in einem Vortrag so treffend: Hunde regeln alles untereinander. Aber es ist die Frage, ob wir Menschen mit dem Ergebnis auch einverstanden sind.

Wie sieht es denn aus, wenn Nele zu einem fremden Hund hinrennt und wird von ihm gebissen?
Kommentar von Anne | 06.01.2009
Läufigkeit... ein großes Wort gelassen hingeschrieben.
Da graut mir davor, ich bin echt gespannt. Dann werden wir wahrscheinlich auch einsam in der Pampas rumtigern und hoffen, dass es bald wieder vorbei ist.

Also für den Fall, der ja auch einer Notwendigkeit zum Schutz des Hundes (und meiner Nerven) entspricht, würde ich Nele natürlich auch an die Leine nehmen, dann aber eben gängige Hundegebiete, in denen Rüden frei rumlaufen notgedrungen meiden.

Es ist uns schon passiert, dass Nele einfach nicht aufhören wollte, andere Hunde zu "belästigen", die nicht (mehr) spielen wollten und einen ziemlichen Rüffel bekommen hat.
Ich bin da knallhart und denke mir: geschieht ihr recht. Sie muss die Signale verstehen lernen. Das ist auch nur ein einziges Mal vorgekommen und dann nie wieder.

Es wird jedenfalls mal wieder klar: ich glaube, der Mensch mit seinen eigenen Vorstellungen ist mit ein kritischer Faktor in der ganzen Geschichte. Nun weiß ich ja nicht, was der Grund bei unserer heutigen Begegnung war. Eigentlich weiß ich, wie ich Nele gut abrufen kann, immer klappt es eben nicht. Ich weiß vor allem nicht, welche Konsequenz ich daraus ziehen soll. Nele nur noch an der Leine?
Kommentar von Emil | 06.01.2009
Zwischen einem Rüffel und richtig gebissen werden liegen aber noch Welten...

Hier wird es in der Regel so gehandhabt, dass man sich abspricht ob Hundekontakt erwünscht ist oder nicht. Will man nicht anleinen, dann muss man eben dafür sorgen, dass der eigene Hund erst auf Kommando zum anderen hinrennt. Ist beim jungen Hund oft ein schwieriges Kapitel - ich weiß. :-)
Kommentar von Sally | 06.01.2009
Hallo Anne-Kathrin,
Sally ist ja nicht unser erster Hund, wir hatten davor 2 Yorkis, und wir waren jedes Mal froh, wenn ein großer Hund kam, und der angeleint war, aber nicht nur allein aus dem Grund, er könnte sie beißen, sondern, wenn ein Hund dieser Größe, mit einem kleinen spielen will, durch den Gewichtsunterschied, kann sehr leicht, unbeabsichtigt etwas passieren, haben wir das des öfteren schon gesehen. Also habe ich volles Verständnis für Kleinhundbesitzer.
Mit Sally machen wir das auch, kommt uns ein fremder Hund entgegen, wird sie angeleint. Wir hatten da schon unsere Erfahrungen, und ich bin froh das Sally angeleint war. Eine Begegnung mit 2 Golden, und ich kann Dir sagen, die waren sehr aggressiv, nachdem Sally bei mir war, könnte ich mit etwas Geschrei, die beiden vertreiben, wäre sie nicht angeleint gewesen, ich weiß nicht was dann passiert wäre. Und wenn Sally erst mal läufig wird, werden wir uns einen anderen Weg zum Spazieren gehen suchen, bis es vorbei ist.
Und zum Thema, weggehen oder wegzerren, da hilft bei unserer Maus überhaupt nichts. Wenn sie spielen will, dann will sie spielen. Da können die anderen weitergehen solange sie wollen, sie läuft dann immer mit. Das wiederum ist sehr ärgerlich für uns, denn wenn sie einem Hund 400 Meter oder noch mehr nachsputet, und die anderen Hundebesitzer nicht stehen bleiben, ist man permanent am hinterher rennen. Das in unserem Fall nicht so schlimm wäre, wenn nicht laufend Radfahrer oder Pferde durch die Gegend laufen würden. Sally greift dann immer die Pferde an, oder findet es amüsant, wenn sie einen Radfahrer vom Rad pflücken kann. Am Meisten jedoch liebt sie Pensionisten, die weiße Kleidung tragen. So ist es für uns eigentlich üblich, den Hund anzuleinen, wenn wir so etwas vorraussehen.
LG Mani und Marlis
Kommentar von Karina | 06.01.2009
Es gibt noch ne Menge mehr Gründe :-)
Läufigkeit, Krankheit wurden schon erwähnt, es gibt auch aggressive Hunde, die in der ersten Minute freundlich und spielbereit wirken, aber dann heftigst zuschlagen.
Der Halter kann es auch mal eilig haben, keine Zeit für eine Spielrunde.
Und sehr viele Kleinhundehalter haben enorme Angst vor einem grossen Hund als Spielpartner! Es passiert weniger als sie denken, aber es kann doch elendige Unfälle geben und gerade Junghunde spielen manchmal noch recht ruppig.

Als Merlin 6 Wochen Leinenzwang hatte nach seinem Magendreher, hätte er auch gerne gespielt und ihn weiterzuzerren war kaum möglich, ausserdem sinnlos, da der andere Hund ihm gefolgt wäre.
Ich bin stehengeblieben und hab den anderen Hund verscheucht, was anderes kann man da nicht machen.

VG
Karina
Kommentar von Dixie | 08.01.2009
Dieses Szenario und das Verhalten der Hundebesitzerin kenne ich auch sehr gut. Dixie ist immer noch stürmisch und spielfreudig, als sie in Nele's Alter war ging es mir nicht anders als dir. Ich neige dazu manchmal in der Landschaft zu träumen und so war ich auch nicht immer auf zack um sie rechtzeitig abzurufen. Sie hat nie einen anderen Hund angefallen, nur im gewissen Abstand angespielt. Peinlich war's mir dann schon dass sie auf mein Rufen nicht reagierte, also entschuldigte ich mich für ihren jugendlichen Leichtsinn und meistens war das ok. Wütend wurde ich nur wenn man mir klarmachen wollte dass ein 1-jähriger Hund zuverlässig hören muss. Sie hat aber gelernt das Hund an der Leine Tabu ist, das kam fast von selbst ;-) Heute, wenn ein anderer Hund in Sicht ist, bleibt sie stehen und wartet auf meine Reaktion. Meistens leine ich sie dann an bis ich besser die Situation erkennen kann.
So, von der anderen Seite kenne ich das auch. Der eine war ein Herdenschutzhund der zu Menschen und Artgenossen einen Sicherheitabstand forderte und der nur angeleint das Grunstück verlies. Das lief über Jahre gut bis auf ein Zwischenfall mit einem Terrier der meinte er muss angreifen.
Der andere Fall war eine AmStaff-Hündin die ich in Pflege hatte, menschenbezogen aber unverträglich mit Artgenossen. Da war ich auch froh wenn kein anderer Hund auf uns zugerast kam :-)

Ärgere dich nicht weiter, du hast eine tolle Hündin!

lg,
Diana
Kommentar von Dany+Noelle | 08.01.2009
Ich bin normalerweise auch immer froh, wenn ich mal einen Hund ohne Leine treffe und wenn die Leute nicht schon von weitem brüllen oder im Gebüsch verschwinden, lass ich sie auch hin. Ich habe allerdings auch das große Glück, dass ich sie von anderen Hunden prima abrufen kann, auch wenn sie schon unterwegs ist. Das macht sie mit ihren 16 Monaten - naja, eigentlich schon immer - wirklich klasse. Wahrscheinlich macht es da aber viel aus, dass sie als Zweithund aufgewachsen ist. Wenn man einen eigenen Spielkameraden hat, braucht man die anderen meist nicht. Und jetzt bin auch ich und vorallem der Ball viel interessanter.
Anleinen tue ich sie eigentlich nie, bin ich viel zu faul muß ich sagen. Sie bekommt dann gesagt "hierbleiben". Auch wenn wir an angeleinten Hunden vorbei gehen. Und dann bleibt sie eben hier. Oder wenn die anderen Leute ganz große "Angst" haben, gehen wir an die Seite und sie sitzt. Aber für Leine bin ich echt zu faul - für die paar Sekunden.
ABER: das mit der Läufigkeit ist tatsächlich so. Wenn es dann erstmal soweit ist, ärgert man (als ich zumindest) über jeden freilaufenden Hund, dem man begegnet. Und selbst wenn Du in der Pampas rumläufst - wenn Du zu normalen Zeiten NIE Rüden triffst, wenn siedann läufig ist, triffst Du sie garantiert. War bei uns in Göttingen immer so. Normal nur Hündinnen getroffen, kaum läufig, liefen jede Menge Rüden rum... Ganz komisch.
Die Leute mit den Minihunden kann ich schon irgendwo verstehen. Ich meine, WIR wissen, dass unsere Fellnasen lieb sind. Aber sie sind halt groß und haben große Pfoten. Da genügt ein Tatzer mit der Riesenpfote auf den Rücken der Zwerge und schon ist Schaden angerichtet. Zu so ganz Kleinen lass ich Noelle auch nicht so gern hin deswegen. Obwohl die ja eher zart ist, aber trotzdem.
Ansonsten Konsequenz daraus? Ich würde sagen: üben. Irgendwann hat sie es drauf. Ich bin ohnehin ein Ohne-Leine-Freund. Meine erste Hündin war so gut wie nie an der Leine. Sie hat von Welpenbeinen an alles ohne Leine gelernt und sie konnte es perfekt bis auf Hasen NICHT nachrennen). Also üben und nicht ärgern. Würde ich zumindest machen :-)

LG, Dany
Kommentar von Anne-Kathrin | 08.01.2009
Danke für die aufmunternden Beiträge...!
Danke vor allem dir, Diana, das hab ich so richtig gebraucht!
Dany, es hört sich toll an, aber einen Zweithund leg ich mir trotzdem nicht zu, auch wenn es verlockend aussieht ;-)
Kommentar von Dany | 10.01.2009
Hehe, so wars auch nicht gemeint, fiel mir nur gerade so auf, weil es bei Amelie so war (Zweithund zu Cheyenne) und auch bei Noelle (Zweithund zu Amelie). Cheyenne ist als Junghund auch öfter mal zu Hunden gerannt, die sie kannte. Auf der Hundewiese, wo da auch keiner gemault hat. Von unserer Seite reichte dann ein gerufenes Tschüss, verbunden mit umdrehen und weggehen und mein Mausi war da. Sie war immer sehr anhänglich.
Außerdem wär es eh zu früh für Zweithund bei Euch!

LG, DANY
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